Contemporary Christian, Oktober 1984 - John Z. DeLorean: His Fall, His Fight, His Faith




1.) Wie konnte ein Mann wie Sie in eine solche Sache verwickelt werden?

Ich war einfach zu sehr damit beschäftigt meine Firma zu retten. Viele der Probleme oder fast alle Probleme, die ich in meinem Leben hatte, resultierten aus meiner Sorge um andere Menschen. Ich denke der Grund, warum dies zu einem Problem wurde, war mein Gang nach Nordirland, da ich dort soviel Empathie und Sympathie für die Leute empfand. Das ist ein Land voller Tragik. Es ist schrecklich.
Diese Leute leben unter tragischen Umständen...und die Vorurteile gegenüber den Katholiken sind in diesem Land so extrem. Es ist nicht wie in unserem Land, in dem die Vorurteile leicht festgelegt sind. Hier kann man einen Schwarzen oder einen Lateinamerikaner erkennen. Dort aber sieht man die Leute die Straße hinuntergehen und man erkennt keinen Unterschied, sie aber kennen den Unterschied. Die katholischen Kinder bekommen keine Chance auf eine anständige Ausbildung. Viele Menschen in unserer Fabrik hatten zuvor noch nie eine regelmäßige Arbeit gehabt.
Ich wurde in diese Sache verwickelt. Ich war der Grund für eine ernste, politische Auseinandersetzung zwischen einzelnen Fraktionen in England. Und ich glaube, dies ist ein Grund dafür, dass all das geschehen ist.

2.) Warum waren die Behörden Ihrer Meinung nach hinter Ihnen her?

Ich meine, dass der Grund dafür weit zurück liegt und wir haben auch einige Beweismittel, die dies bestätigen. Ich vermute, dass das alles in den Hoover-Tagen der 60er begann, in denen ich ein starker Befürwörter der Rechte für Minderheiten und Schwarze war.
In den 60ern musste man nur mit einem Schwarzen essen gehen und schon stand man auf der FBI-Liste von J. Edgar Hoover. Einmal sandte Hoover einen Mann, der ein Freund von mir war, zur Ford Foundation, um deren Finanzierung für Martin Luther Kings Aktivitäten zu verhindern. Da der Mann ein Freund von mir war, wurde ich darin verwickelt. Und letzten Endes entfremdeten wir uns wegen dieser Sache total. Meine Heftigkeit beim Attackieren dieser Schandtat machte mich damals zur Zielscheibe von Hoover.
Ich protestierte auch gegen die bösartigen Geschichten, die Hoover über Martin Luther Kings Missbrauch von Finanzmitteln und dessen sexuellem Verhalten erfand. Ich halte Martin Luther King Jr. für den großartigsten Amerikaner dieses Jahrhunderts - er ist unser Gandhi.
Als Resultat all dieser Sachen wurde mir langsam klar, dass jemand versuchte mir zu schaden. Ich ignorierte derartige Dinge in meinem Leben immer und machte einfach weiter. Folglich bin ich nicht sehr einfühlsam zu Leuten, die versuchen mich zuzurichten.

3.) Haben Sie Feinde in hohen Positionen.

Ich denke nicht. Was Howard [Weitzman] vor Gericht zeigte war, dass in mir jeder die Möglichkeit sah, meine Berühmtheit für eigene Zwecke auszunutzen. Ich denke, dass sich das Justizministerium, der Kläger und viele Agenten durch meine Verhaftung einen Bonus oder eine Beförderung erhofften, die man in diesen Kreisen für das Verhaften einer berühmten Persönlichkeit meistens kassierte. Ich glaube, dass es keinen Unterschied gemacht hätte, wenn das nicht ich, sondern irgendeine andere Berühmtheit gewesen wäre. Sie hatten plötzlich den großen Fisch an der Angel und aus diesem wollten sie Kapital schlagen.

4.) Es gibt eine Vielzahl an Prominenten.

Viele von ihnen wurden auf dieselbe Art und Weise attackiert...Zum Beispiel Martin Luther King Jr oder Jean Seberg.

5.) Sie sind lediglich der "eine Glückliche" in diesem Fall?

Ich wurde zufällig zum Opfer. Ich war immer ein Einzelgänger gewesen und ich denke, dass dies für viele Leute ziemlich beleidigend ist. Dein Leben ist für den typischen Gesellschaftsmensch beinahe eine Beleidigung, da du tust was du für richtig hältst und es auf deine eigene Art und Weise machst.

6.) Sind Sie verbittert?

Nein, ich bin kein bisschen verbittert. Ich trage in meinem Herzen keine Rachegelüste gegenüber anderen Menschen. Ich habe ihnen vergeben. Ich denke es ist eine Tragödie vom Standpunkt des Landes aus, dass diese Leute das System und die Einrichtungen dieses Landes für ihre eigenen, habgierigen Zwecke nutzen und für diese Zwecke einen Mann nehmen und dessen Leben ohne jegliche Moral zerstören können.
Ich bin absoult davon überzeugt, dass der Kläger und vielleicht einige andere Leute an der Spitze der Justiz ganz genau wussten, dass ich nicht verwickelt war, bzw. nicht in die Sache verwickelt werden wollte. Der einzige Grund, warum ich mich überhaupt darauf einließ, war die Tatsache, dass sie damit drohten meine Tochter zu töten und mir ihren Kopf in einer Einkaufstasche zurückzuschicken, sollte ich nicht kooperieren. Ich würde alles tun, um meine Familie zu retten. Das ist die Tragik. Ich glaube, sie wussten das und trotzdem verfolgten sie mich weiter.

7.) Ich denke viele Leute wundern sich darüber, dass Sie, als Sie erkannten in was Sie da hineingeraten waren, als Sie erkannten, dass es sich um einen Betäubungsmittel-Deal handelte und als schließlich die Todesdrohung an ihre Tochter kam, niemandem etwas davon erzählt haben.

Ich erzählte es einigen Leuten, aber ich erzählte es nicht der Regierung. Ich denke, es gab einen guten Grund dafür. Zumindest dachte ich damals, dass es so besser wäre. Heute ist es vielleicht kein guter Grund mehr.
Aber man muss heute berücksichtigen, dass die Betäubungsmittel das erste Mal am 4. September vom Informant [Hoffman] in Washington erwähnt wurden. Sie hatten mich bereits zwei Monate lang mit ihrer Investition belästigt. Ich versuchte also mich irgendwie aus der Sache herauszuschleusen und sagte, dass das Geld, das ich zu dem Geschäft beitragen sollte, nicht meines sei. Ich erzählte, dass es von der IRA [Irish Republican Army] käme und dass ich deren Erlaubnis benötigen würde. Es war eine Notlüge, um aus dem Geschäft aussteigen zu können.
Natürlich sagte er ohne zu zögern: "Du solltest Dich daran erinnern, warum wir hier in diesem netten Hotelzimmer sitzen. Also stimme zu oder es hat Konsequenzen." In anderen Worten: "Mach' keinen Blödsinn oder wir werden dich töten."
Nun gab ich schließlich nach und erbaute eine Mauer, da ich niemanden mit in die Sache hineinziehen wollte. Gleichzeitig überlegte ich: "Was weiß ich eigentlich über die Kriminellen?"
Ich wusste, dass der Präsident [FBI Agent Tisa] der großen Bank in San Francisco offensichtlich Teil des organisierten Verbrechens war. Dieser Informant [Hoffman] und sein Boss, der beim Treffen erwähnt wurde, wohl ebenfalls. Dann war da noch die Tatsache, dass sie eine Multi-Milliarden Dollar Bank mit 44 Filialen besaßen, was einen ebenfalls in Angst und Schrecken versetzte. Ich wusste also, dass ich mit Leuten verhandelte, die das Normale überschritten...die Polizeischutz hatten, wahrscheinlich FBI-Schutz.
Ich rannte also über die Straße und sagte, ich rufe das FBI. Jedoch war ich bei der ganzen Sache in der Mitte. Was konnten sie also tun? Sie hatten zwei Möglichkeiten. Ich konnte ihr Informant werden und...
Hier stoppte ich. Ich versuchte meine Motor Company zu retten und meine Frau war in den Vereinigten Staaten ein Top Model. Wir konnten uns nicht in Eureka, Kalifornien als Supermarktangestellte und Bediener einer Waschanlage verstecken. Das würde nicht funktionieren. Es würde alles zerstören. Zu diesem Zeitpunkt gab es also keinen Weg, um entkommen zu können.
Ich entschied - mit juristischer Hilfe - dass es das Beste sei auszuweichen, ihnen niemals Geld zu geben und in keine Transaktion verwickelt zu werden - dies befand auch die Jury... dass ich mit der Sache nichts zu tun hatte.
Ich saß immer nur da und hoffte, dass sie sich mit mir langweilen würden, während ich im Hintergrund nach einem Weg suchte, sie der Polizei auszuliefern ohne dabei mein Leben und meine Familie zu zerstören.
Natürlich hatte mir zu diesem Zeitpunkt auch schon der FBI-Geheimagent gedroht, dass der "Große Kerl" sehr, sehr unglücklich sei und mir wahrscheinlich irgendetwas antun würde. Und auch Hoffman hatte mir bereits gedroht, dass er meine Tochter umbringen und ihren Kopf in einer Einkaufstasche zurückschicken würde. Das habe ich nie vergessen...ich kann es noch immer nicht.
Es war wirklich eine schreckliche Sache. Das ist der einzig wahre Albtraum bei dieser ganzen Sache. Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen irgendein Abschaum erzählt, dass... und ich habe wirklich geglaubt, er habe die Mittel dazu und würde es tun.

8.) Hat Ihre Tochter davon gewusst?

Das ist der schlimmste Teil der ganzen Sache und die Tragik unseres Lebens. Meiner kleinen Tochter wurde erzählt, dass sie sie töten und köpfen würden. Das kam heraus und als Konsequenz konnte sie nicht mehr in ihrem eigenen Zimmer schlafen. Sie musste bei uns schlafen. Beide Kinder benötigten später auch wegen diesem Vorfall psychologische Betreuung. Es ist eine schreckliche Sache. Es gibt absolut keine moralische Rechtfertigung für soetwas.

9.) Die Tatsache, dass sie mit Ihnen "gelangweilt" sein würden...das hatte sich dann wohl erledigt, als Sie in dieser Nacht aus dem Sheraton kamen...wenn auch nicht freiwillig.

Man konnte nicht einfach gehen. Wie will man einfach aussteigen, wenn da vier Leute sind, die vorgeben Kriminelle zu sein? Soll man sagen: "Hey, ich möchte mit der Sache nichts zu tun haben. Ich gehe." Man wäre eine weitere, in einem Hotelzimmer gefundene Leiche. Sie nehmen Deine Uhr und Deine Brieftasche, so dass es aussieht, als hätte irgendein Zuhälter oder irgendeine Protistuierte sie genommen und Dich umgebracht.
Und als ich schließlich sah, dass ich nicht entkommen konnte, erstellte ich das Konzept ihnen alle Aktien der Firma auszuhändigen, so dass ihre Drogengewinne nicht in meine, sondern in ihre Firma fließen würden. Denn sobald sie am nächsten Tag aufgewacht wären, hätten sie die britische Regierung zum Partner gehabt. Es gäbe dann nichts mehr was ich für sie tun konnte, um ihnen zu helfen oder zu schaden. Sie hätten mich in Ruhe gelassen.

10.) Sie konnten über diese Abmachung nicht sehr unglücklich sein.

Ich erwartete auch nicht, dass ich die Sache überleben würde. Ich dachte, dass sie mich wahrscheinlich umbringen würden. An dem Morgen, an dem ich New York verließ - mir war gesagt worden, dass ich kommen und sie dem Management vorstellen sollte, welches sie nun besaßen - glaubte ich wirklich nicht, dass ich überleben würde. Also hatte ich ein Dokument vorbereitet, das ich meiner Anwaltskanzlei übergab und das besagte: "Dies ist im Falle meines Todes zu öffnen." Es ist noch immer in ihrem Bankschließfach. Es wäre vor Gericht verwendet worden, wenn ich ausgesagt hätte.
Ich wäre komplett draußen gewesen. Ich hätte nichts von den 8 Millionen Dollar und für die sieben Jahre Arbeit, die ich investiert hatte, gehabt. Es wäre vorbei gewesen. Ich hätte ihnen alles gegeben...mein Lebenswerk.

11.) Cristina meinte: "Dies ist aus einem bestimmten Grund passiert. Es wird einiges ändern." Was, denken Sie, waren die Gründe und was wird sich ändern?

Zuerst einmal hatte ich mich mein ganzes Leben lang als ziemlich religiös angesehen. In den letzten acht bis zehn Jahren war ich jeden Morgen zur Kirche gegangen, gewöhnlich zur St. Patricks, wenn ich in New York, oder zur St. James, wenn ich in London war. Jeden Morgen war ich von 7.00 bis 7.15 Uhr dort. Aber ich hatte keine richtige Beziehung zu Christus. Ich hatte eine Beziehung zur Kirche, aber nicht zu Gott. Und Cristina erzählte mir das - sie meinte immer: "John, Jesus lebt nicht in der St. Patricks Cathedrale. Du musst das endlich verstehen oder Gott wird es knallen lassen. Und wenn er das tut, wirst du es bereuen." Und genau das passierte.

12.) Als Sie schließlich vom FBI verhaftet wurden, hatten Sie da wirklich überhaupt keine Vorahnung gehabt?

Ja, ich war wirklich schockiert.

13.) Kam Ihnen nicht der Gedanke: "Das ist der Knall?"

Nein, ich kann Ihnen nicht wirklich erzählen was...ich meine, ich war wirklich in einem Schockzustand. Ich kann Ihnen nicht sagen, was mir wirklich durch den Kopf ging.

14.) Als Ihnen Cristina die Bibel mit ins Gefängnis brachte, wie haben Sie da reagiert?

Ich denke, ich war sehr aufnahmebereit, da sie schon zwei Jahre bevor all das passierte ein wenig von ihr gesprochen hatte. All die Probleme, die ich durch die britische Regierung hatte, ihren Widerwille beim Erfüllen des von beiden Seiten unterzeichneten Vertrags, ihre schrecklicken, beunruhigenden Nachrichten und all das...sie fühlte, dass dies teilweise auch Gottes Werk war. Ich musste mein Leben wirklich an Jesus übergeben. Folglich war ich mental dafür bereit. Und als ich sie bekam und zu lesen begann, taute ich schließlich auf.

15.) Können Sie beschreiben, was mit Ihnen in der Gefängniszelle geschah?

Es war eine Erfahrung, die ich nie mehr vergessen werde, aber ich kann sie nur schwer beschreiben. Ich stand auf der oberen Schlafkoje und las in der Bibel - und ich fühlte sehr stark was ich las. Ganz plötzlich bekam ich ein Gefühl, als ob ich von Kopf bis Fuß warm umarmt würde...ganz plötzlich war ich von dieser wundervollen, warmen Umarmung umgeben. Sie muss zehn oder fünfzehn Minuten angedauert haben. Ich weiß es nicht. Ich hatte kein Zeitgefühl. Aber es schien so, als wäre der Herr wahrhaftig bei mir...er tröstete mich und gab mir Kraft. Das war ein Wendepunkt.

16.) Verspürten Sie bereits unmittelbar nach dieser "Begegnung" in der Gefängniszelle eine Veränderung in Ihrem Leben?

Ja, genau ab dieser Sekunde.

17.) Wie eine Art "Von Saulus zu Paulus" Erfahrung?

Ich bin mir nicht sicher. Ich kann diese Dinge nicht interpretieren. Es war so außergewöhnlich. Soetwas war mir noch nie zuvor wiederfahren. Das Gefühl setzte sich über alles, was ich zuvor gesehen und erlebt hatte, hinweg.
Es geschahen auch eine Menge andere Dinge mit mir. Als mich Cristina das nächste Mal sah, meinte sie plötzlich: "Was ist passiert? Du siehst so gut aus." Ich hatte die letzten sechs Jahre jeden Tag 20 bis 22 Stunden gearbeitet, ich war in den letzten zwei Jahren ungefähr 43 Mal nach Europa und zurück gereist. Ich meine, ich war praktisch Mr. Jet-Lag. Dann war ich mit der schrecklichsten Erfahrung, die ein Mensch haben kann, konfrontiert worden. Und plötzlich sah ich besser aus, als je zuvor. Es machte keinen Sinn. Ich führe es gänzlich auf mein Finden von Gott zurück.
Heute bin ich natürlich ein eifriger Student der Bibel. Ich glaube, ich habe die Bibel letztes Jahr fünf Mal gelesen und dieses Jahr lese ich sie momentan zum dritten Mal. Ich kann mir die Weisheit und das Wissen, das man nur durch ständiges Lesen und Studieren erlangen kann, kaum vorstellen. Ich gehe mindestens einmal pro Woche zur Bibelstudie. Ich glaube, ich habe in den letzten zwei Jahren keine fünf Mal gefehlt. Sie ist etwas, an das ich zutiefst glaube.
Wie ich bereits sagte, haben sich die Prioritäten in unserem Leben komplett verändert. Viele der Dinge, die ich für wichtig gehalten habe, sind unwichtig. Wenn ich das alles hoffentlich bald hinter mir habe, möchte ich auf diesem Gebiet einen wichtigen Beitrag leisten.

18.) Denken Sie also, dass hinter all dem Gott steckt?

Ich denke, Gott steckt letzten Endes hinter allem. Psalm 139 beweist es ["...Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war..."]. Also [lacht] muss man seinen Willen akzeptieren.
Ich glaube, man sieht in dieser ganzen Sache Gottes Hand. Ich denke, der echte Schlüssel war nicht die Tatsache, dass meine Anwälte großartig waren, sondern dass sie das grobe Justizirrtum, das sich anbahnte, schockierte. Diese Herren befassten sich weit mehr mit der Erhaltung der Verfassung, als die Leute, die wir in der Regierung sahen. Howard Weitzman ist noch immer aufgebracht, wenn er sieht was geschehen ist und daran denkt, dass es zugelassen wurde.
Der Kläger gab beispielsweise 300 Dollar der Regierung aus, um Wein für ihn und fünf Andere zu kaufen, mit dem sie ihren Erfolg begossen: "Wir werden für das Festnageln dieses Kerls alle auf dem Cover des Time Magazins erscheinen." Das ist doch krank! Derartige Dinge verärgern sie [die Anwälte]. Und die Leidenschaft in ihrer Argumentation war unglaublich.
Aber ich glaube, sogar ein Faktor wie dieser war eines der Wunder, das auftrat. Ich glaube in einem der Psalmen [27] sagt Gott: "Ich werde dich schützen und deine Feinde zum Stolpern und Fallen bringen." Und exakt das passierte.

19.) Gibt es Bibelstellen, die Ihnen in den letzten zwei Jahren eine besondere Hilfe, Inspiration oder ein besonderer Trost waren?

Da gibt es einige. Zum Beispiel 'Der Brief an die Epheser' 6:10-17, welcher wirklich voller Kraft ist ["...Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt..."]. Ich glaube, dass die Prüfungen, durch die man beim Jakobusbrief 1:12 geht, einen zu einem besseren Menschen machen, wenn man den Test besteht. Oh, ich meine 'Das Evangelium nach Johannes' (8:32): "Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien."
In den letzten drei, vier Monaten habe ich in 'Das Buch Kohelet' gelesen und ich muss sagen, dass ich die Tiefe der Weisheit, die dieses Buch hat, bewundere. Je mehr man liest, desto mehr versteht man. Es ist so schön - eingie Dinge sind so wunderbar angegeben. Ich habe da zufällig etwas gefunden [holt ein Blatt Papier hervor]. 'Das Buch Kohelet' 7:14 besagt: "Am Glückstag erfreue dich deines Glücks, und am Unglückstag sieh' ein: Auch diesen hat Gott geschaffen, genau wie jenen..." Das ist etwas, über das man wirklich nachdenken muss, wenn Unannehmlichkeiten auf einen zukommen.
In 'Das Buch Jesaja' 49:25 steht geschrieben: "Ich selbst will mit deinem Gegner streiten." Das ist genau das, was er macht und letzten Endes werden jetzt plötzlich all die Menschen, die diese Attacke gegen mich geplant haben, Gegenstand einer ernsthaften Blamage innerhalb der Regierung werden. Es ist einleuchtend. Das Fehlverhalten war so verwerflich, dass ich vermute, viele von ihnen werden bei den Einzelheiten gestohlener Autos in Missoula, Montana landen, wo sie hingehören. Sie sollten nicht versuchen die Verfassung zu erzwingen.

20.) Gibt es irgendeinen bestimmten, biblischen Charakter, mit dem Sie sich mehr identifizieren, als mit Anderen?

Ja, ich identifiziere mich ernsthaft mit Ijob [lacht]. Ich hatte eine Menge und nun habe ich absolut nichts. Ich danke Gott dem Herrn, dass er mir nicht meine Frau und meine Familie genommen hat. Aber ansonsten ist nichts mehr da. All die Dinge, für die ich mein ganzes Leben lang gearbeitet habe, sind weg.
Mein Stolz...ich denke, ich habe mehr verloren als Ijob, da mir mein Stolz, das Produkt meiner Würde, und meine Integrität genommen wurden. In einiger Hinsicht habe ich mehr verloren als er, da er nur seine weltlichen Besitztümer verlor. Ich verlor meinen guten Namen.
Ich denke, ich verdiene das irgendwie. Ich denke, die Bibel sagt oft, dass man durch seinen falschen Stolz geleitet wird. Ich glaube, dass jeder von uns diesen falschen Stolz hat, und ich vermute, ich hatte mehr davon als ich hätte haben sollen. Jetzt habe ich ihn natürlich nicht mehr. Vielleicht ist das die Hauptkontribution von all dem.

21.) Wie sind Sie durch all das durchgekommen?

Ich vermute, dass mein Glauben der einzige Weg war, um einen Angriff wie diesen zu überleben, bei dem hunderte von Leuten viele Millionen Dollar ausgaben um Jagd auf mich zu machen; und dann auch noch auf einem Gebiet, das mir von Natur aus skandalös erschien. Ich hatte noch nie zuvor Drogen gesehen. Plötzlich wurde mir vorgeworfen, mit eben diesen zu handeln. Und die Tatsache, dass es zu einem Prozess kommen würde, war ebenfalls ein Schock für mich. Wenn man durch ein derartiges Szenario geht, spürt man schnell, dass es der Glaube ist, der einen führen muss. Es war die einzige Sache, die einen führen konnte.

22.) Auf welche Art und Weise hat Sie Ihr Glaube geführt? Gibt es irgendein spezielles Aussehen des Glaubens - war es eine Art Gebet, Trost oder Vertrauen?

Ich denke, es war eine Art Kombination. Erst einmal wussten wir, dass Millionen von Menschen für uns beteten. Aber ich wusste auch genau, dass ich unschuldig war. Gott wird sich nicht täuschen lassen. Er weiß, was in Deinem Herzen vorgeht. Gott wusste, dass ich unschuldig war und ich wusste irgendwie, dass sich sein Wille durchsetzen würde, ganz gleich wie mächtig der Feind war. Und genau das trat ein. Ich hatte dieses unheimlich starke Gefühl in meinem Herzen, dass dies geschehen würde. Und wenn es anders ausgegangen wäre, dann wäre dies eben Gottes Wille gewesen und so geschehen. Man muss bedenken, dass 80 Prozent des Neuen Testaments von Leuten geschrieben wurden, die im Gefängnis saßen. Es sitzen also nicht nur schlechte Menschen im Gefängnis. Ich glaube, dass die Einkerkerung bei Paulus zu neuem Verstand und der intensiven Liebe und Menschlichkeit geführt hat.

23.) Sie haben sich seit Ihrer Verhaftung nur selten gegenüber der Presse geäußert. Vor allem sprachen Sie nicht über Ihren religiösen Glauben. Was war der Grund dafür?

Ich spürte, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür war. Ich dachte, zuviele Menschen würden glauben - und sie glauben es womöglich auch jetzt noch - dass dies eine Schützenloch-Bekehrung sei, die für diesen Kerl während der Verhandlung gerade recht kommt. Und ich spürte, dass die Leute, denen mein christlicher Glaube wichtig war, wussten, dass ich ein Christ bin. Ich wollte die Sache einfach nicht irgendjemandem weiterverkaufen oder der ganzen Welt erzählen.
Das habe ich jetzt hinter mir. Ich spüre, dass ich in der Pflicht stehe. Und der Hauptgrund dafür, dass ich gerade mit Ihnen spreche, ist das Gefühl, das mir sagt ich müsse mein Zeugnis ablegen. Ich glaube, das ist für andere Leute wichtig. Die Kraft, die mir durch meinen Glauben gegeben wurde, ist die einzige Sache, die mir dabei half dieses ganze Szenario zu überstehen...abgesehen von meiner Familie. Und ich denke, auch deren Kraft kam von ihrem Glauben.

24.) Viele Leute verloren durch die DeLorean Motor Corporation Geld, als diese bankrott ging. Haben Sie irgendwann einmal an irgendeine Art von Entschädigung gedacht? Spüren Sie als Christ, dass irgendetwas von Ihnen verlangt wird?

In diesem Fall hat man gut sehen können, und in Detroit wird es noch besser zu sehen sein, dass die Firma durch gezielte Aktionen der beiden Regierungen [Britische, U.S.] zerstört wurde. Ob sie es verschwörerisch oder komplementär getan haben ist noch nicht erwiesen. Aber ich glaube, wenn alles an die Öffentlichkeit gerät, dann werden sie nicht nur die Investoren, sondern auch die Arbeiter irgendwie entschädigen müssen. Ich plane das solange zu verfolgen, bis alle Einzelheiten geklärt sind...denn ich denke, dass sie diese Leute sehr ungerecht behandelt haben.

25.) Sie sagten wiederholt: "Wir müssen unser Leben zurückbekommen." Wie planen Sie dies zu tun?

Ich weiß es nicht. Es ist ziemlich schwer das bereits heute zu sagen - denn wir müssen noch analysieren wo wir stehen, wohin wir gehen, und was wir tun wollen. Ich denke wegen dieser ganzen Sache haben sich die Dinge in unserem Leben verändert.
Ich denke, unsere Prioritäten sind größtenteils unterschiedlich. Ich glaube, ich werde zurückschauen und sagen: "Mein Stolz, meine Status, meine Integrität und mein Lebenswerk als Industrieller sind dahin. Alles ist zerstört. Heute habe ich nichts mehr davon." Wenn das wiederhergestellt werden kann...ich weiß nicht...wir müssen versuchen das wieder aufzubauen. Das wird bestimmen, wie ich lebe, ob ich kann oder nicht.
Die beiden Regierungen haben mich all meiner Vermögenswerte beraubt. Ich habe wirklich absolut nichts mehr. Wir können unseren Anwalt seit einem Jahr und zwei Monaten nicht mehr bezahlen. Wir haben kein Geld. Meine Frau musste sogar welches leihen, um das Schulgeld für die Kinder bezahlen und ihnen ein paar Kleider für den Schulstart kaufen zu können. Wir müssen uns offensichtlich einige Hilfsmittel einholen, um ein neues Leben beginnen und uns vor neuen Aktionen der Britischen Regierung wappnen zu können. Das sind die Dinge, mit denen ich mich nun unverzüglich beschäftigen muss.

26.) Wie bereits mehrfach in der Presse erwähnt wurde, sind Ihre gerichtlichen Probleme noch nicht vorbei. Machen Sie sich Sorgen um Ihre Zukunft? Welcher Art von Belastung stehen Sie noch gegenüber?

Ich denke, dass Howard...Sie haben auf der Pressekonferenz nach dem Prozess wahrscheinlich seine Äußerung zu dieser Frage gehört. Er hat all die Angaben und Informationen überprüft. Er ist absolut davon überzeugt, dass es mehr als nur eine falsche Anklage ist - die Briten verfolgen mich, um ihre eigene Verantwortung gegenüber den Gläubigern und Investoren zu decken - und dass wir am Ende von all dem nicht soviel Ärger haben werden, wie vermutet.
Das wahre Problem beruht auf finanzieller Basis. Das ist der Grund dafür, dass wir nun versuchen Geld für die Verteidigung aufzubringen; wir haben einfach keine finanziellen Mittel. Denn die beiden Regierungen haben sich zusammengetan und uns die Gelder für die Verteidigung genommen. Man könnte es mit einem Jäger vergleichen, der ein Reh erschießt, welches ein gebrochenes Bein hat. Sie haben es viel leichter, wenn sie uns davon abhalten können, Gelder für die Verteidigung aufzubringen. Also ist das unsere einzige, wahre Sorge.
Das widerum ist die schrecklichste Sache, die ich ihm antun kann [Weitzman], da er nur ein kleines Büro mit zwei Anwälten leitet. Sie mussten außer einer Ausnahme alle Sekretärinnen gehen lassen. Ich glaube, Howard hat bereits seit acht Monaten seine Miete nicht mehr bezahlen können, da ihm das Geld für den Aufbau der Verteidigung genommen wurde. Und wenn sie uns die Sache nicht in Detroit machen lassen, werden wir natürlich noch mehr Probleme bekommen.
Aber wir versuchen weiterhin Gelder für die Verteidigung aufzutreiben. Wir bekommen viele kleine, freiwillige Spenden per Post.

27.) Verspüren Sie bei dieser ganzen Sache viel Unterstützung durch die Christliche Gemeinschaft?

Ohne Frage. Ich denke, das was mit mir und natürlich auch mit meiner Familie passierte... ohne die Unterstützung der Christlichen Gemeinschaft und dem grundlegenden Glauben, der das Fundament dafür war, hätte es für mich auf dieser Welt keinen Ausweg gegeben. Ich glaube wirklich, dass das die Basis und der Grund dafür ist, dass ich noch hier bin.

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