DeLorean World, Juni 1993 - The De Lorean Interview




1.) Kann ich ganz vorne anfangen, John, und Sie fragen warum das Auto DMC-12 genannt wurde?

Das war ein interner Codename, der in den frühen Jahren unserer Firma entstand und auf den von uns geplanten Verkaufspreis von 12.000 Dollar anspielte. Damals rechneten wir natürlich noch mit einem viel simpleren Auto. Im Endeffekt spielte dieser Code aber eigentlich keine echte Rolle mehr.

2.) Warum wählten Sie den PRV6? Es gab damals seitens der Journalisten eine Menge Kritik. Wählten Sie ihn lediglich aus ökonomischen Gründen oder der Erhältlichkeit?

Nein, es war ein sehr teurer Motor und wir hatten zwei Stufen eingeplant. Zuerst wollten wir das Auto mit diesem Motor produzieren, der zwar nur eine mäßige Leistung lieferte, dafür aber für eine entsprechende Performance sorgte. Dann hätten wir eine Twin-Turbo Version zur Verfügung gehabt, die von Legend Industries auf Long Island entwickelt wurde, und sowohl in die neuen als auch in die bereits produzierten DeLoreans hätte eingebaut werden können. Diese Version brachte den DeLorean bereits in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Turbo-Prototypen waren damals wahrscheinlich die schnellsten Autos der Welt. Das war unser Plan.

3.) Das Auto war für die damalige Zeit sehr innovativ. Ich glaube, Sie haben sich einige Bestandteile des Autos patentieren lassen?

Nun ja, ich denke das geht alles auf meine Zeit bei General Motors zurück. Im Grunde bin ich ein Ingenieur und noch heute, zwanzig Jahre nachdem ich GM verlassen habe, glaube ich nicht, dass es auf dieser Welt ein Auto gibt, dass nichts von den Dingen benutzt, die damals unter meiner Federführung entstanden sind.

4.) Es gab eine Menge Artikel über ein mögliches Comeback des Autos - Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme der Produktion in Südafrika. Es gibt sogar einen Artikel, in dem steht, dass das Auto bald in Pennsylvania vom Band laufen würde (Performance Car, Juni 1992).

Das sind Neuigkeiten für mich.

5.) Falls irgendjemand das Auto erneut produzieren möchte: Ich nehme an, Sie sind im Besitz der Urheberrechte?

Das ist richtig. Ich erwarb die Patentrechte aller technischen Arbeiten, die unter meiner Führung in der DMC getätigt wurden, mit Hilfe des Treuhänders. Derzeit lizensieren wir einige davon. Natürlich kassierte ich auch einige der Lizenzgebühren von den Universal Studios für die "Zurück in die Zukunft" Autos, Rides und Spielzeuge. Und ich lizensiere zwei der Motorpatentrechte - zur Zeit sieht es so aus, als würde Goodyear eines davon kaufen, aber auch ich stehe kurz vor dem Kauf anderer. Ich glaube, sie werden noch sehr wertvoll sein.

6.) Glauben Sie nachträglich, dass Sie irgendetwas am Auto geändert hätten?

Naja, wir hätten dem Auto anfangs mehr Performance geben sollen. Auch wenn wir, wie ich bereits erwähnte, damit rechneten, nach sechs Monaten den anderen Motor zu haben, welcher uns widerum eine neue Publicity beschert hätte. Selbstverständlich hätte er auch leicht in die bereits existierenden Autos eingebaut werden können. Aber ansonsten mochte ich so ziemlich alles am Auto. Die Formgebung wirkt unglaublich, sogar noch heute, daher bin ich mir nicht sicher, ob ich irgendetwas anders machen würde.

7.) Es gab Forschungen und Entwicklungen für die Zukunft. Zogen Sie eine Sedan-Version in Erwägung?

Wir dachten über einen Sedan nach, kamen aber nie sehr weit, da man immer einen richtigen Grund für eine derartige Produktion benötigt. Es waren damals jedoch sehr viele Sedans auf dem Markt, dafür umso weniger Sportwagen. Der einzige amerikanische Sportwagen war die Corvette. Durch die DMC bekamen plötzlich auch andere die Idee und in den letzten Jahren waren in den Vereinigten Staaten mindestens zwanzig Sportwagen erhältlich. Das alles wurde von der DMC in die Wege geleitet.

8.) Gab es einen Plan für einen DMC mit Allradantrieb?

Auch über einen solchen DMC dachten wir nach. Aber um ehrlich zu sein: Ich bin mir nicht sicher, ob Allradantrieb in Autos überhaupt Sinn macht, sofern es sich nicht um Geländewagen handelt. Er soll zwar angeblich das Handling enorm verbessern, doch in Wahrheit verändert sich dieses kein Stück. Der alte Mauri Salli war es, der die fundamentale Arbeit am Handling leistete - noch heute dient sein Werk als Grundlage - er sagte, das Fundament des Handlings liegt in der Tatsache, dass man die Traktion des Reifens auf der Straße entweder für die Lenkung oder für die Traktion nutzen kann; jedoch nicht für beides. Daher wird kein Automobil mit Vorderradantrieb jemals so gut zu steuern sein wie eines mit Hinterradantrieb.

9.) Würden Sie es bevorzugen die Autos heute noch mit Stainless Steel Verkleidung zu sehen oder was halten Sie von den Menschen, die ihren DeLorean angepasst und lackiert haben?

Man muss bedenken, dass es unsere Idee war dies möglich zu machen. Wir arbeiteten sogar mit DuPont, um eine Reihe an Farben für die Händler herzustellen. Der DeLorean ist ein Auto, das sehr leicht zu lackieren ist - man muss lediglich die Panels abnehmen, sie lackieren, kurz in einem Ofen verharren lassen, und wieder am Auto anbringen. Es ist wirklich eine einfache Sache, genau wie das Reparieren. Also war es unser Plan über unsere Händler eine Palette an Farben anzubieten. Auch das sollte zur zweiten Stufe gehören. Trotz der Tatsache, dass wir die Entwicklungsarbeit mit DuPont bereits vollendet hatten, kam es nie zum Verkauf.

10.) Sie haben für den Bau Ihrer Fabrik viele Länder in Betrach gezogen. Glauben Sie, dass die DMC heute noch existieren würde, wenn Sie Ihre Fabrik in Puerto Rico oder in den Staaten gebaut hätten?

Ja. Wenn wir die Fabrik in Detroit oder in den Staaten gebaut hätten, wäre sie heute noch in Betrieb. Da bin ich mir ziemlich sicher. Aber in Nordirland gerieten wir einfach in eine politische Auseinandersetzung. Ich glaube, die Konservative Regierung wollte einfach nicht zulassen, dass die Labour Partei ein Erfolgserlebnis verbuchen würde.
Wir verbuchten im letzten Halbjahr des Jahres 1981, unseren ersten sechs Monaten in der Branche, einen Gewinn von 26,5 Millionen Dollar. Das hatte keine Firma, die von den Briten zur industriellen Entwicklung unterstützt wurde, zuvor auch nur annähernd geschafft. Also war es ziemlich dramatisch. Wir verdienten 5 Millionen Dollar pro Monat und sie setzten uns in Konkursverwaltung. Doch um erfolgreich zu sein, benötigten wir mehr Arbeitskapital und wir besaßen nichts. Alles gehörte ihnen, die Fabrik, die Werkzeuge, die gesamte Ausrüstung, jeder Kugelschreiber. Also konnten wir uns nirgendwo Geld borgen. Folglich waren wir auf ihre Anerkennung des Vertrages angewiesen, doch natürlich verweigerten sie uns die ECGD Finanzierung, die jeder andere Hersteller in Großbritannien erhielt. Ob er nun Zahnbürsten produzierte oder Flugzeugturbinen, jeder erhielt die ECGD Finanzierung. Sie erzählten uns die ganze Zeit, dass auch wir diese Finanzierung erhalten würden, aber sie erkannten den Vertrag nie an. Wie Sie wissen, erlebte die amerikanische Industrie zu Beginn des Jahres 1982 eine heftige Krise und die Absätze der gesamten Automobilindustrie sanken von 12 auf 6 Millionen Einheiten. Wir hätten diese Zeit überstanden, wenn die Britische Regierung den Vertrag eingehalten hätte, und die Firma würde heute, davon bin ich überzeugt, in etwa 12.000 bis 15.000 Menschen beschäftigen.

11.) Was halten Sie von John Kneppers Artikel, der kürzlich im Car & Driver Magazin erschien?

Es ist so leicht unfair zu sein, da jeder irgendeinen Standpunkt vertreten möchte; und ich glaube, dass es nicht sehr fair war. Ich glaube, die Tragödie bei dieser ganzen Sache ist die Tatsache, dass wirklich engagierte Menschen einen großartigen Job gemacht haben; sie begannen mit einer Kuhweide und errichteten in Weltrekordzeit eine Fabrik, sie bauten Autos... und Sie sprechen mit vielen Besitzern...sie sind sehr gut gebaut und akzeptiert worden. Ich glaube, das ist die Tragödie. Diese Menschen fanden nie die Anerkennung, die sie verdient haben; Don Landers, die Chuck Beningtons, die John Dalys, die diese ganze Arbeit geleistet haben.

12.) Haben Sie sich bei einem dieser Menschen mal wieder gemeldet?

Ich traf Dave Adams (ehemaliger Leiter der Finanzabteilung) und dessen Frau, als die beiden durch die Staaten reisten. Das ist noch nicht lange her. Wir aßen zusammen zu Abend. Es war wundervoll dazusitzen und in Erinnerungen zu schwelgen. Sie empfanden das auch so. Als die Britische Regierung uns beispielsweise in Konkursverwaltung setzte, hatten wir vier Millionen auf der Bank und schuldeten ihnen 800.000 Dollar; doch sie ließen uns nicht bezahlen. Warum? - Ich weiß es nicht. Ich war zu dumm, um zu erkennen, dass sie uns um jeden Preis zerstören wollten. Das war mein Problem. Ich kämpfte weiter, also mussten sie mich loswerden.

13.) Haben Sie Pläne für ein anderes Auto?

Ich arbeite derzeit an einem Auto, das ist richtig. Leider gerieten wir bei den letzten beiden Versuchen die DMC wiederherzustellen in Schwierigkeiten. Ich glaube, das war kein Zufall. Wie Sie wissen, warf die Britische Regierung die Pressformen noch an dem Tag in die Gailway Bucht, an dem wir unsere neuen Pläne ankündigten. Und beim nächsten Versuch überredeten sie die Regierung zwei Wochen nach unserer Ankündigung, mir erneut zuvorzukommen. Marvin Katz aus Columbus (Ohio) hatte alles Mögliche aus der Fabrik gekauft. Er besaß über 400 Komponenten, die alles beinhalteten außer die vorderen linken Kotflügel. Also war der Start eigentlich einfach. Wir stellten den Designer Peter Mueller in San Francisco für den Entwurf neuer Konstruktionen ein und planten diesmal von Beginn an mit einem Turbomotor. Es wäre ein interessantes Projekt geworden und zudem ein ziemlich simples, aber bei jedem unserer Versuche wurden wir von ihnen aufgehalten.
Das aktuelle Auto ist ein ganz anderes. Ich entschied diesmal ein Auto zu produzieren, das den California 2000 Standards entspricht, welche besagen, dass zwei Prozent der Autos, die 1998 in Kalifornien verkauft werden, gänzlich umweltfreundlich sein müssen. Man kann keinen Verbrennungsmotor benutzen. 2004 werden es bereits zehn Prozent sein und wahrscheinlich werden auch noch 14 andere Staaten dieses Gesetz akzeptierten. Man muss sich darüber Gedanken machen, wie man letzten Endes ein ziemlich gutes Geschäft machen könnte. Daher feilt die gesamte Branche an batteriebetriebenen Elektro-Automobilen. Wir arbeiten an einem anderen Projekt - wir arbeiten an einer Art Wärmespeicher.

14.) Nimmt dieses Projekt viel von Ihrer Zeit in Anspruch?

Ja, einen ziemlich großen Teil.

15.) Sie haben auch Interesse an der Kirche?

Ja, das ist richtig. Ich verbringe viel Zeit in der Kirche. Außerdem engagiere ich mich sehr mit der Kirche und für die Kirche.

16.) Sind Sie wieder verheiratet?

Nein.

17.) Jemand anderes wollte, dass ich Sie das frage.

Wie alt ist sie? Ist sie hübsch? (lacht) Bring' sie her und ich werde sie befragen! Ich sehe mich sozusagen um, aber ich habe bisher niemanden gefunden. Die Ehe ist eine sehr, sehr große Verpflichtung.

18.) Besitzen Sie einen DeLorean?

Ja, er steht allerdings in einer Lagerhalle in Utah.

19.) Spüren Sie, dass es irgendetwas gibt, dass die Association für Sie tun könnte?

Nun gut, vielleicht in naher Zukunft. Ich könnte einige Dinge mit ihr diskutieren. Ich glaube nicht, dass sie viel für mich tun kann, aber womöglich können wir einige interessante Dinge gemeinsam machen.

20.) Was erwarten Sie von der Zukunft?

Ich bin da sehr optimistisch. Ich arbeite derzeit an sehr vielen Dingen. Zusätzlich zu dem neuen Auto entwickelte ich ein Nahverkehrssystem, das positiv angenommen wurde und wir arbeiten derzeit mit einer großen französischen Firma daran. Und natürlich besitze ich noch diese Patentrechte der DMC, die ich zurückgekauft habe. Es s