John Zachary DeLoreans Traum vom eigenen Automobil wurde hauptsächlich durch die Gelder der Britischen Regierung verwirklicht. Von Oktober 1978 (Vertrag zwischen der DMC und der Labour-Regierung) bis Februar 1982 (Konservative Thatcher-Regierung setzt DMCL in Konkursverwaltung) investierten die Briten insgesamt 77 Millionen Pfund in das Unternehmen. Als im Oktober 1982 jedoch die Fabrikarbeit stillgelegt und im Dezember 1983 sogar die DeLorean Motor Company aufgelöst wurde, bemühte man sich seitens der Britischen Regierung um Rückerstattung der verloren gegangenen Finanzmittel: Die DeLorean Motor Company schuldete ihren Gläubigern insgesamt 45,3 Millionen Pfund. Zu diesem Zweck wurde eine Treuhänder-Gemeinschaft gegründet, der 'DMC-Trustee'. Es folgten 19 von Gerichtsverhandlungen gefüllte Jahre, ehe das Rückerstattungsprojekt im Jahr 2002 schließlich abgeschlossen wurde. Im Februar 2004 veröffentlichte das 'Department Of Enterprise, Trade And Investment' von Nordirland einen umfassenden Bericht über das Ergebnis dieser intensiven Bemühungen (DeLorean - The Recovery of Public Funds).

Diesem Bericht zufolge leitete das Department [of Enterprise, Trade And Investment] in Belfast, London und New York rechtliche Schritte gegen Arthur Andersen, den Rechnungsprüfer der DeLorean Motor Company, ein. Man warf der Firma vor, sie habe die betrügerische GPD-Transaktion nicht aufgedeckt und auf diese Weise dafür gesorgt, dass die Britischen Regierung DeLoreans Automobilfirma weiterhin mit Finanzmitteln versorgt hatte. Das Unternehmen wurde schließlich auf insgesamt 237,5 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Der Rechtsstreit dauerte 12 Jahre (1985-1997) an und wurde nach amerikanischem Recht ausgefochten, da Arthur Andersen die besagten Fehler angeblich in den USA unterlaufen waren. Zwischen 1990 und 1997 gab das Department immer wieder einen Bericht über die aktuelle Lage der Verhandlungen in Auftrag, welcher vom 'Treasury Solicitor's Department' (Anwaltsabteilung des Finanzministeriums) ausgearbeit wurde. Im März 1997 wurde dem Department schließlich durch einen solchen Bericht mitgeteilt, dass der gesamte Fall "schief laufen" könne. Man riet zu einer außergerichtlichen Einigung, welche im September 1997 erfolgte: Die Firma Arthur Andersen erklärte sich zur Zahlung von 20,72 Millionen Pfund bereit. Letzten Endes blieb dem Department in diesem Rechtsstreit in Folge des zwölfjährigen Prozesses und den daraus resultierenden Gerichtskosten von ebenfalls 20,72 Millionen Pfund allerdings kein einziger Pence.

Vom DMC-Trustee wurde die Firma Arthur Andersen im Oktober 1984 auf knapp 100 Millionen Dollar verklagt (man begründete dies ebenfalls mit der fahrlässig übergangenen GPD-Transaktion). Es war offensichtlich, dass dieser Rechtsstreit ebenfalls so schnell kein Ende nehmen würde. Als der eigentliche Prozess schließlich begann, waren bereits 14 Jahre vergangen: Im Februar 1998, ein halbes Jahr nach der außergerichtlichen Einigung mit dem Department, musste sich Arthur Andersen nun in New York erneut vor Gericht verantworten. Im März 1998 verkündete das Gericht, Arthur Andersen habe den Betrug der GPD-Transaktion in der Tat fahrlässig übergangen. Dem DMC-Trustee wurden 46 Millionen Dollar und die anfallenden Zinsen für die letzten 14 Jahre zugesprochen. Insgesamt hatte die Firma Arthur Andersen somit 109 Millionen Dollar zu zahlen. Natürlich gaben sich die Rechnungsprüfer mit diesem Urteil nicht zufrieden, insbesondere deshalb, da der GPD-Betrug nie vollständig aufgedeckt worden war. Als eine Berufung und somit weitere teure Prozesse drohten, einigte man sich im Januar 1999 außergerichtlich auf eine Zahlung von 27,75 Millionen Dollar (14,8 Millionen Pfund).

Die Konkursverwalter des Vereinigten Königreiches konnten durch den Verkauf von DMC-Vermögensgütern 12,11 Millionen und durch verschiedene Prozesszusprachen weitere 8,62 Millionen Pfund auftreiben (u.a. wurde John DeLorean zu einer Zahlung von 4,98 Millionen Pfund an die Konkursverwalter verurteilt, welcher er durch den Verkauf seines 5th Avenue Appartements in New York nachkam). Durch Prozessgebühren und Ausgaben in Höhe von knapp 2,99 Millionen Pfund blieben am Ende 17,74 Millionen Pfund, wovon 13,84 Millionen an das Department und die übrigen 3,9 Millionen an verschiedene Gläubiger der Regierung gingen.




Insgesamt konnten durch die 19,73 Millionen Pfund des Department, die 14,8 Millionen Pfund (27,75 Millionen Dollar) des DMC-Trustee, die 3,87 Millionen Pfund der UK-Konkursverwalter sowie weitere kleinere Beträge verschiedener Institutionen knapp 40 Millionen Pfund zurückerstattet werden. Folglich wurden beachtliche 88 Prozent des ursprünglichen Schuldenberges der DeLorean Motor Company beglichen (45,3 Millionen Pfund). Zeitungen in den Vereinigten Staaten sprachen sogar von 91 Prozent.

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